Zu allererst: Ja, ich bin mir bewusst, dass in diesem Blog normalerweise von faszinierenden Beispielen der schillernden (oder wenigstens mit dem Gewissen zu vereinbarenden) Welt der Mode besungen werden. Aber sollten wir jede ihrer Sünden verschweigen? Augen und Ohren vor dem Grauen verschließen, dass uns vom Instyle Cover dreckig ins Gesicht lacht?
Ich hoffe, dass wenn ich euch jetzt sage, welcher Bestandteil 100% dieses Kleidungsstücks ausmacht, erwarte ich reihenweise weggeworfene MacBooks und Löcher in Schreibtischen: Super-Power-Stretch.
Natürlich ist von JEGGINGS die Rede. Was sich nach Utensil für den gut gelaunten Nordic-Walker anhört ist eine Leggins, die aussieht wie eine Jeans.
Anfangs nahm ich sie noch als Scherz auf, doch mittlerweile existiert sogar ein Wikipedia Artikel zur Überschrift Jeggings. Das heisst, der Weg in den Duden ist für dieses Unwort der Unförmigkeit kein weiter mehr und es gäbe keine Chance es als Randgruppenwort abzutun. In so einer Welt möchte und kann ich einfach nicht leben. Jede Frau, von der 16 Jährigen mit Knackarsch
bis zur netten Kaufland Verkäuferin, macht darin eine schlechte Figur. Wirklich Jede! Dieses Phänomen zieht jedoch ein weiteres nach sich. Immer mehr Frauen beginnen sie zu tragen. Warscheinlich weil es einfach bequemer ist, als die normale Röhrenjeans. Man muss auch weniger auf seine Figur achten. Super-Power-Stretch macht es schließlich möglich und die seit Monaten unbenutzte Fitness Studio Karte angenehm.
Aber damit soll Schluss sein Frauen, Mädchen, Designer und Männer (Ja auf der Spring/Summer Show von Cheap Monday wurden auch Adams Nachfahren in dieses Kunststoffverbrechen gehüllt)! Glaubt nicht, was euch von führenden Modemagazinen vorgegaukelt, und Berühmtheiten wie Rihanna und Lauren Conrad propagiert wird.
Die Jeggings sieht lächerlich aus und macht dick. Führt euch das immer wieder vor Augen und beginnt das neue Jahr gesund und glücklich. Nach Stuttgart 21 und dem allgemeinen “Schottern” von Bahngleisen ist die Jeggings nun der der nächste gerechtfertigte Brandherd für ein breites Bürgeraufbegehren.
In diesem Sinne, frohes Neues.
3. Januar 2011
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